Kinderzahnheilkunde

 
 

 

Eine umfassende Betreuung in der Kinder- und Jugendzahnheilkunde sollte auf vorbeugende Maßnahmen (Prävention), Früherkennung und -therapie von Zahn- bzw. Munderkrankungen ausgerichtet sein, mit dem Ziel eines gesunden und funktionstüchtigen Kauorgans für das Erwachsenenalter.

Kinder und Jugendliche sind aber keine kleinen Erwachsenen, was z. B. besondere Verständigungsmethoden erfordert. Aufgrund anhaltender Kiefer- und Zahnentwicklung, der zeitlichen Begrenzung des Milchgebisses und die nicht immer ausreichende Aufmerksamkeit bzw. Mitarbeit unterscheiden sich viele zahnärztliche Maßnahmen der Kinderbehandlung von Routineverfahren der Erwachsenenbehandlung.

 
 
Kleinkind bis 3 Jahre:

Flaschenkaries
Fissurenkaries an
Milchmolaren
Frontzahnunfälle

  Kindergartenkind 3 – 6 Jahre:

Karies an Milchmolaren
Zahnverschiebungen durch
Milchmolarenverlust
Lutschoffener Biss

 
 
 
Schulkind 6 – 12 Jahre

Karies an Milchmolaren und
Ersten bleibenden Molaren
Zahnfleischentzündungen
Kieferfehlentwicklung
Frontzahnunfälle

  Jugendliche 12 – 18 Jahre:

Karies auf und zwischen den
Bleibenden Zähnen
Zahnfleischentzündungen
Kieferfehlentwicklung
Frontzahnunfälle

 


Bei einer auf Vorbeugung ausgerichteten Praxis ist es möglich, ohne Behandlungsdruck eine kleine „Erlebniswelt Zahnarzt“ für kleine Kinder zu schaffen und z. B. mit dem „Fahrstuhl“ nach oben zu fahren oder zur Belohnung mit der „Wasserpistole“ zu spritzen.

Versicherte Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren haben Anspruch auf individualprophylaktische Leistungen und Früherkennungsuntersuchungen.

- Eingehende zahnärztliche Untersuchung,
- Erhebung eines Mundhygienestatus,
- Mundgesundheitsaufklärung (Ursachen von Karies, Gingivitis, Ernährungshinweise, Mundhygieneberatung (Mit Färbemitteln (Plaquerevelatoren) werden „unterputzte“ Zahnflächen sichtbar gemacht.), Empfehlung und Anwendung geeigneter Fluoridierungsmittel, Mundhygienetechniken)
- Lokale Fluoridierung der Zähne (bei hohem Risiko schon ab dem 30. Lebensmonat)
- Versiegelung von Fissuren und Grübchen der bleibenden Molaren 6 und 7 (auch vor dem 6. Lebensjahr)

Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen eines Kindes erfolgen vom 30. bis 72. Lebensmonat. Es erfolgt die Einschätzung des individuellen Kariesrisikos anhand eines Indexes, Ernährungs- und Mundhygieneberatung, Empfehlung und Verordnung geeigneter Fluoridierungsmittel.

Der Zahnarzt legt Inhalt und Umfang der notwendigen Prophylaxemaßnahmen nach den individuellen Gegebenheiten fest.

Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen, vor allen Dingen der häuslichen Mundhygiene, muss kontrolliert werden. Im Recall erfolgt dann eine Neubewertung und ggfs. eine Umstellung des Vorbeugeplans.(siehe Recall)